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Über die von uns besuchten Organisationen  (Open Society Fund Bosnia-Herzegovina, Schüler Helfen Leben, Nepitami )

     Stiftung "Open Society Fund Bosnia-Herzegovina" - Soros Foundations

Ziel der Stiftung ist das Zusammenleben verschiedener Nationalitäten. Ziel ist Hilfe zur Entwicklung einer offenen und demokratischen Gesellschaft. (Homepage)

     Schüler Helfen Leben

Die Organisation wurde 1992 von Schülern in Bad Kreuznach gegründet. Die Jugendlichen wollten das Elend nicht nur am Bildschirm der Weltpresse verfolgen, sondern aktiv etwas dagegen tun. Es wurden - eher spontane - Sammlungen und Lieferungen organisiert.

In dessen Folge wurde eine größere Initiative organisiert, indem Geld gesammelt wurde. Die Idee war, daß, wenn jeder Schüler nur 1 DM gibt, dann könnten viele Schulen und Kindergärten aufgebaut werden. Die Aktion war unter der Schirmherrschaft aller Ministerpräsidenten. Die Organisation wurde weiter strukturell ausgebaut, indem in Bosnien Büros eröffnet wurden und freiwillige Jugendliche dorthin entsandt wurden, um vor Ort zu helfen. Grundsatz der Hilfe war die unbürokratische Hilfe von Jugendlichen für Jugendliche.

Nach Dayton kamen viele Hilfsorganisation nach Bosnien, die über wesentlich mehr Mittel verfügten. SHL suchte ein neues Feld, wo sie sinnvoll und kompetent helfen können. SHL legte sich auf den Bereich fest, aus dem sie selber kommen und in dem sie sich auskennen:

Jugendarbeit.

Insofern ist auch der Name zu verstehen: Schüler helfen nicht (nur) überleben, sondern sie helfen den jungen Menschen in diesem Land wieder zu leben: vom bloßen Überleben zum Leben zurückzufinden.

Jugendlichen aus Bosnien wurde z.B. die Möglichkeit gegeben, an der Adriaküste an Sommercamps teilzunehmen, um so aus der zerstörten und geteilten Stadt Mostar raus zu kommen. Ziel des Sommercamps war neben verschiedenen Workshops auch einfach nur Urlaub zu machen.

Außerdem wurde der bosnischen Jugendzeitschrift "Nepitami" finanziell und infrastrukturell geholfen, Jugendliche aus ganz Bosnien einzubinden. Im vergangenen Jahr erhielt SHL Gelder aus EU Förderprogrammen. Mit diesen Geldern versucht SHL Demokratisierungsprozesse bei Jugendlichen zu fördern, indem Veranstaltungen zu Themen wie der Gründung von NGOs oder von Schülervertretungen organisiert werden.

Es ist sehr schwierig und dies ist auch stets der Haken, an die Leute ran zu kommen. Viele Jugendliche hier wollen eigentlich nur feiern und vergessen. SHL will sie dazu motivieren, selbst etwas zu machen und eigene lokale Jugendinitiativen zu gründen.

Das Problem für Jugendinitiativen ist, daß es zwar viele NGOs gibt, die über viele Mittel verfügen, aber meist keine kleineren Sachen unterstützen. "In Bosnien ist es leichter 5000 DM Unterstützung zu bekommen, als 500 DM". Hier versucht SHL auszuhelfen, wenn mal ein paar Mark fehlen oder sonstige Kleinigkeiten.

SHL bietet auch in kultureller Hinsicht einige Seminare an, wie z.B. zum Thema "Unsichtbares Theater". In diesem Projekt wurde eine Theatergruppe aus einer größeren Stadt und eine vom Land eingeladen. Zusammen sollten sie Theater spielen, um die Stadt-Land-Differenz zu überwinden.

SHL hat sich ein eigenes Haus in Sarajevo gekauft und neu ausgebaut (das ziemlich nobel aussieht). Dieses Haus wurde finanziert durch einen "sozialen Tag", an dem SchülerInnen sich für einen Tag eine Arbeit suchen sollten und dieses Geld wurde SHL zur Verfügung gestellt. Für diesen Tag wurden viele Schüler u.a. in Schleswig-Holstein von der Schule freigestellt.

Seit August (?) unterhält SHL auch in Skopja (Kosovo) ein Büro. Auch dort versuchen sie mit dem Aufbau von Schulen und Kindergärten zu beginnen. Langfristig soll sich das Engagement auf den gesamten Balkan ausdehnen. SHL soll mehr Kontinuität bekommen, indem professionelle lokale Kräfte eingestellt werden. Langfristig soll SHL von lokalen Kräften übernommen werden.

     Nepitami

Nepitami (dt. "nicht gefragt") ist ein Jugendmagazin von bosnischen Jugendlichen für bosnische Jugendliche. Nepitami erscheint in ganz Bosnien. Alle Jugendliche haben die Möglichkeit, Geschichten und Gedanken in dem Heft zu veröffentlichen.

"Über Politik schreiben wir nichts. Aber wir schreiben zugleich viel über unsere Politik in unseren Geschichten."

Die Redaktion trifft sich regelmäßig in verschiedenen Städten. Momentan wird Nepitami ausschließlich von SHL finanziert. Das Problem ist nun, daß nach einer Vereinbarung SHL sein Engagement verringern will und neue Finanzquellen gefunden werden müssen.

Nepitami hat eine Auflage von etwa 4000 Stück. Das Magazin wird in Jugendzentren verteilt. Nepitami sieht sich vielen Problemen gegenüber. So ist es z.B. nicht möglich, daß sich Nepitami als einheitliche Zeitschrift für ganz Bosnien-Herzegowina registrieren läßt. Die bosnische Föderation (Kroaten und Muslime), sowie die Republik Srbska (Serben) bestehen darauf, daß die jeweiligen Redaktionsmitglieder sich für eine der beiden Seiten festlegen. Damit wäre aber eine Teilung des Magazins hingenommen, die nicht akzeptiert werden kann. Nepitami will die Zeitschrift für eine einzige und zusammengehörende Jugend sein. Ohne Registrierung ist aber kein Verkauf möglich.

Zur Zeit hat die Gruppe, die Nepitami herausgibt, das Problem, daß die Gruppe zu lose ist. Die Auswahl der Texte und die Abstimmung führt häufig zu Problemen. Es gibt oftmals nur schlechte Texte. Eine Gruppe aus Mostar hat Nepitami verlassen, um eine eigene Zeitschrift "Kollaps" zu veröffentlichen. Nun haben sie keine Zeit mehr für Nepitami.