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Die junge Frau, die die Jugendzeitung Nepitami mitherausgibt: "Es gibt hier viele Leute, die einander lieben und mögen, diese sind leider in der Minderheit. Wir wollen diesen Leuten eine Chance geben."

Frau von Nepitami (?? Jahre): "Wir waren mal ein Land. Was uns verbunden hat, ist die Mentalität und über diese gemeinsame Mentalität versuchen wir die Nationalitäten zu überwinden."

"Früher waren hier Parks, heute sind es Friedhöfe. Im Krieg brauchte man Platz, um die Toten zu begraben."

"Früher war hier das Stadion von Sarajevo. Auf dem Fussballplatz hat man einfach die Toten begraben. Wozu braucht man eine Tribüne um einen Friedhof? Die wurde dann abgerissen."

"Die Zigeuner sind die Ärmsten von allen. Um die kümmern sich weder die nationalistischen Kameraden, noch die internationale Gemeinschaft. Sie leben in den Ruinen, wo die Front war und die Kinder spielen neben den Minenfeldern." (Cornelius, 20 Jahre)

"In vielleicht 30 Jahren könnte Bosnien-Herzegowina minenfrei sein." (SFOR-Offizier)

"Wer kein Geld hat, sich schick anzuziehen, bleibt zu Hause und versucht seine Armut zu verstecken. Als Außenstehender kann man Armut nicht sehen." (Lukacs, 25 Jahre)

"Um einen Arbeitsplatz zu finden, muß die Familie ein Haus oder eine Wohnung besitzen, worauf man eine Hypothek aufnehmen kann. Ein Job kostet um die 2 bis 3.000 DM."

"In Bosnien ist alles anders geworden. Ich bin hier in Sarajevo geboren, aber ich kann diese Stadt fast nicht wieder erkennen."

Velida (21 Jahre): "Eine Arbeitslosenversicherung gibt es hier nicht. Zwischen 50 und 80% sind arbeitslos. Einen Job findet man nur durch Beziehungen oder Bestechung. Ich hatte Glück, ich hatte Beziehungen."

Die Jungendzeitschrift "Nepitami" hat das Problem, keine öffentlichen Gelder zu erhalten. Eine Zusammenarbeit mit der staatlichen Ebene gestaltet sich schwierig: "Die Leute im (bosnischen) Ministerium haben Geld, sie hassen allerdings Leute, die gegen Nationalismus sind. Wir arbeiten gegen Nationalismus!"

Viele Jugendorganisationen haben das gleiche Problem, das mit folgendem Zitat charakterisiert werden kann: "Um uns herum stehen viele bürokratische und nationalistische Mauern. Diese zu überwinden ist extrem schwierig."

Jugendliche (20 Jahre): "Hier in Bosnien gibt es Nationalisten und Nicht-Nationalisten. Wer Nationalist ist, wird es auch für immer bleiben."

Mitarbeiterin von "Schüler helfen Leben" (19 Jahre): "Ich bin nicht hier her gekommen, den Jugendlichen hier zu sagen, was sie tun sollen bzw. sie zu bevormunden. Ich will nur helfen, Ihnen bei der Verwirklichung ihrer Wünsche das Haus von SHL und meine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen."

Bosnierin (20 Jahre): "Viele haben ein Gefühl, daß es immer noch Krieg gibt und daß es nie Frieden geben kann."

"In Bosnien-Herzegovina sprechen wir alle die gleiche Sprache. Wir geben ihr zwar verschiedene Namen, aber alle verstehen sich problemlos."

"Auch wenn die Fernsehstationen inhaltlich verschiedenen Nationalitäten zugerechnet werden können, arbeiten in den Stationen stets verschiedene Nationalitäten, denn wir sind ein "mixed" Land, in dem eine Trennung unmöglich ist."

"Welcher Art der Bosnien-Krieg war, ist schwierig zu sagen: Aggressionskrieg, Bürgerkrieg oder Religionskrieg. Ich würde sagen, es war ein schrecklicher Krieg mit vielen Verbrechen. Die Kriegsverbrecher sollten eines Tages von Den Haag bestraft werden." (Leiter der Stiftung, 53 Jahre)

Der Leiter der Soros-Foundation Sarajevo: "Der Transformationsprozeß vom Sozialismus zur Demokratie ist in ganz Osteuropa sehr schwierig. Mafia-Strukturen, heruntergekommene Industriebetriebe, Arbeitslosigkeit usw. treten auf. Hier in Bosnien ist die schwierige Situation durch den Krieg nochmals wesentlich verschlimmert."

Lokaler Mitarbeiter der OSZE: "Die Entwicklung hier kann nicht beeinflußt werden. Die historischen Hintergründe sind zu komplex. Die "bloody" internationalen (Hilfs-) Organisationen versuchen aber ständig, alles zu determinieren."

OSZE: "Unsere Mitarbeiter sind nicht in der Lage, das Land alleine zu verwalten."

Zum Prozeß der Rückkehr: "Der Prozeß der Rückkehr ist schwierig. Wenn die Rückkehrer noch ihr Leben und ihr Haus haben, sind sie glücklich."

OSZE Mitarbeiter über Mostar: "Die Veränderung sieht man nicht von heute auf morgen, aber wenn wir die vergangenen 5 Jahre betrachten, dann sieht man Veränderung: die Leute gehen wieder auf die andere Seite. Natürlich sollten wir hierbei nicht stehen bleiben."

OSZE Mitarbeiter: "Der Krieg war nicht nur Produkt der Nationalisten, sondern auch der internationalen Gemeinschaft."

OSZE Mitarbeiter: "Mein Problem sind hier die Leute in den Verwaltungen. Das Schlimme ist, daß sie gewählt sind. Nach den Wahlen 1991 begann 5 Monate später der Krieg. Danach wurden sie 1996 wiedergewählt und 1997 erneut bestätigt, mit einer riesigen Mehrheit."

OSZE Mitarbeiter: "Nur die Jugendlichen können in einer sicheren Zukunft Veränderungen machen!" (zur Legitimation von Jugendprojekten)

"Frieden wird dann sein, wenn die Regierung durch demokratische Wahlen wechselt."

OSZE Mitarbeiter: "Auch ich kann den jungen Menschen keine Zukunft geben, ich kann nur den Platz und die Möglichkeiten zur Beschäftigung, d.h. ein Angebot für Theater, etc. hier schaffen."

In Mostar: "Du kannst im Westen bosnische Zigaretten rauchen, aber sie sehen es nicht gern."

In Mostar: "Früher hatten die Leute Angst, in den anderen Teil zu gehen."

In Mostar: "Sie gehen nicht in den anderen Teil der Stadt, weil sie einerseits die Leute nicht mögen, andererseits haben sie alles, was sie brauchen, in ihrem eigenen Teil."

Damir (19 Jahre) über Mostar: "Sehen kann man nicht, daß ich aus dem Westen komme, aber wenn ich mit denen rede, dann fragen sie mich vielleicht, wo ich wohne oder wie ich heiße. - Mein Name ist serbisch."

Im Osten Mostars gibt es die Zigaretten "Drinar" für 1,20 DM. Im Westen kosten "Ronhill" 2 Mark.

XXX (20 Jahre): "Es war morgens, als ich aufwachte und die Bomben hörte. Es war Krieg. Ich fragte nicht warum. Er war einfach da."

"Heute ist Frieden, weil du dorthin gehen und treffen kannst, wen Du willst. Vorher ging das nicht."

Natalia (19 Jahre): "Das Wort ‚Frieden‘ ist an sich nicht so wichtig. Wichtiger ist, wie man zukünftig leben kann."

"Die Stadt Mostar ist keine Stadt mehr. Es sind nur noch einzelne kleine Ghettos bzw. Enklaven. Hier gibt es nicht mal ein einheitliches Kino- oder Theaterprogramm."

Jude (Mitarbeiterin der Jugendorganisation "Mladi Most" - Junge Brücke -): "Viele junge Leute haben in diesem Krieg gelebt und gekämpft. Sie wissen nicht, wie ein normales Leben geführt werden kann. Dafür wollen wir Möglichkeiten bieten."

"Bei den Folgen des Kriegs geht es nicht nur darum, daß die Häuser zerstört sind, es geht auch um den Neid der Leute. Zwischen denen, die hier bleiben und denen, die nach Deutschland gingen und jetzt vielleicht mit einem eigenen Auto oder etwas anderem zurückkommen. Wir Rückkehrer fühlen uns als Außenseiter. Mit wem soll ich Kontakt aufnehmen? Mit wem nicht? Wohin soll ich gehen? Wohin nicht? Nach vielen Jahren der Abwesenheit ist es schwierig sich in dieser Stadt mit den vielen Grenzen zu orientieren."

"Hier in Mostar paßt man auf, wohin man geht, wo man einen Kaffee trinkt und wo nicht."

Peminih (21 Jahre) aus Mostar: "Ich bin katholisch. Letztens habe ich eine muslimische Schulfreundin getroffen, die ich viele Jahre nicht gesehen habe. Sie fragte mich nur, was ich hier im Osten mache. Sie war nie religiös. Heute ist das aber wichtig."

"Man kann schon in den anderen Teil von Mostar gehen. Aber man sollte es vermeiden, Kontakt aufzunehmen."

"Meine Schwester arbeitet als Krankenschwester. Sie hat schon seit zwei Jahren kein Gehalt bekommen. Aber wenn sie nicht weiter arbeitet, dann verliert sie ihren Arbeitsplatz, für den mein Vater dem Krankenhausdirektor 2.000 DM bezahlt hat."

Hassan (28 Jahre): "Ich habe als Muslim in Zagreb studiert. Vor der Einberufung in den Krieg bin ich nach Deutschland zu meiner Tante ins Sauerland geflohen. 5 Jahre habe ich dort gelebt, dann bin ich freiwillig zurückgekehrt. Ich studiere Managementlehre, nun muß ich meinen Militärdienst von 10 Monaten leisten. Für einen Arbeitsplatz wird mein Vater 3.500 bis 5.000 DM zahlen müssen. Sonst habe ich keine Chance, einen Job zu finden."

Pretrak (25 Jahre, bosnischer Soldat): "Krieg finde ich Scheiße. Ich habe Angst davor, verwundet oder getötet zu werden. Viele haben im Krieg Arme oder Beine verloren. In meiner Familie ist niemand im Krieg gestorben, darum hasse ich die Serben auch nicht. Bei anderen Kameraden ist das anders."

Zitat aus der FR von Elizabeth Neuffer: "Bosnien muß nicht allein den Übergang vom Krieg zum Frieden schaffen, es muß erst noch seine kommunistische Vergangenheit abschütteln."

Velida (21 Jahre): "Die kommenden Monate muß ich sparen, denn ich muß mir zwei Zähne füllen lassen. Das kostet 20 Mark. Ich überlege mir, ob ich das machen lassen soll."